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Start Arztpraxis Therapien Osteopathie

Osteopathie

Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte der amerikanische Arzt Dr. A. Still Untersuchungs- und Behandlungstechniken allein durch den Tastsinn der Hände. Er suchte gezielt Funktionsstörungen verschiedener Organsysteme auf und behandelte sie mit Zug und Druck.

Seitdem wurden diese Behandlungstechniken weiterentwickelt und die osteopathische Medizin wird in den USA als akademische Hochschulausbildung, die

dem Medizinstudium gleichgestellt ist, gelehrt.

Die Deutsche Gesellschaft für osteopathische Medizin (DGOM) führte erstmals 1997 ein Ärzteseminar für Ärzte mit der Zusatzbezeichnung Chirotherapie und mindestens 2-jähriger Erfahrung auf diesem Gebiet nach amerikanischem Standard durch.

In der osteopathischen Medizin wird der Mensch als Einheit begriffen, dessen Körpersysteme sich gegenseitig beeinflussen. Störungen in einem Regulationssystem wirken sich in allen anderen Systemen aus und können sehr unterschiedliche Beschwerden bewirken. Durch die osteopathische Behandlung werden Selbstheilungskräfte mobilisiert und eine Eigenregulation gefördert.

Man unterscheidet 3 große Systeme :

1. die Organe und Strukturen des Bewegungsapparates:
Einschränkungen der Gelenkbeweglichkeit und Verspannungen der Muskulatur und des Bindegewebes werden durch sanfte Techniken gelöst.
Folgende Verfahren werden benutzt:

Muskelenergietechniken (MET) nach Mitchell und Greenman, Myofasciale Lösung (Behandlung der verbindenden Muskelhüllen),

Counterstrain-Technik (Behandlung von schmerzhaften Muskel- und Sehnenpunkten durch spezielle Lagerungen und Haltungen),

Funktional-Technik nach Johnston (Techniken, die über Reflexe des Rückenmarks und zentralen Nervensystems wirken).



2. das Eingeweidesystem (viscerale Osteopathie):
Innere Organe, deren Blut- und Lymphzirkulation, deren Nervensystem und die engen Beziehungen zum Bewegungsapparat werden mit speziellen Techniken untersucht und in ihrer Funktion unterstützt.

3. das Kraniosakralsystem (lateinisch cranium = Schädel, Sacrum = Kreuzbein):
Die beweglichen Schädelknochen und das zugehörige System aus der Gehirnflüssigkeit (Liquor) im Rückenmarkskanal bis zum Steißbein bewegen in einem der Atmung vergleichbaren Rhythmus, der nicht willkürlich beeinflussbar ist. Dieser Rhythmus setzt sich im gesamten Körper fort und hat enge Wechselbeziehungen zu allen Körperorganen und Funktionskreisläufen. Dieser wird durch sanften Druck an verschiedenen Stellen ertastet und beeinflusst.

Bei folgenden Erkrankungen kann osteopathische Medizin nach sorgfältiger Diagnose erfolgreich angewendet werden:


  • Erkrankungen und Schmerzen des Bewegungsapparates

  • Chronische Schmerzen, Kopfschmerzen, Schwindel, teilweise Ohrensausen (Tinnitus)

  • Bei Säuglingen, Kleinkindern mit Entwicklungsstörungen, häufigem Schreien, Verdauungsproblemen, schwieriger Geburt

  • Kiefergelenksstörungen, Gesichtsschmerzen

  • Beckenbodenstörungen, Reizblase, Reizdarm

  • nach Unfällen (Schleuder-, Anpralltraumen)

Wie lange dauert eine Untersuchung / Behandlung?
Ca. 20 - 30 min., in schwierigen Fällen bis zu einer Stunde.

Kosten der osteopathischen Behandlung:
In Deutschland ist osteopathische Medizin keine Kassenleistung.
Die Behandlung wird daher nach der amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) als Privatleistung abgerechnet. Grundlage ist der von der DGOM veröffentlichte Gebührenrahmen.
Je nach Aufwand betragen die Kosten für eine 30- minütige Behandlung zwischen 40 EUR und 80 EUR.